Kundrun setzt Segel zu einem “besseren Ort” – Social Business als Vorbote der Erholung?
von Antje Kümmel
Charity, CSR und Social Business boomt – sind das die ersten Anzeichen einer endenden Krise? Vielleicht. Der ehemalige Gruner+Jahr Manager Dr. Bernd Kundrun, der im Januar das Hamburger Verlagshaus verlassen hat, setzt in jedem Fall Segel in Richtung eines besseren Ortes.
Wie das manager magazin berichtet, investierte der Ex-Chef eine Million Euro aus seinem Privatvermögen in das Berliner hippe, wenn auch nicht unumstrittene, Internet-Spendenportal betterplace.org. Zusätzlich steht er dem jungen Start-Up als Berater zur Seite und kümmert sich um einen Teil der Unternehmenskommunikation des Portals. Für Anfang 2010 ist die Gründung einer gemeinnützige Aktiengesellschaft geplant. Über eine direkte Spende bzw. Anteil der Spende von Kundrun an ein oder mehrere Hilfsprojekte auf betterplace.org berichtet die Presse nichts.
Kundrun wendet für sich als Unternehmer die grundsätzlichen Gedanken von Corporate Social Responsibility, kurz CSR, perfekt an und weiß sie mit dem so genannten Mit-Mach-Web, dem Web 2.0., zu verbinden. Bereits 2005 engagierte sich der studierte Betriebswirt für die Sozial-Marketing-Kampagne “Du bist Deutschland”, um die Deutschen zu mehr Eigeninitiative für ihr Land aufzufordern. Auf der Homepage der Mit-Mach-Kampagne stellten die Befürworter und Interessenten Bilder und Botschaften für ihr Land ein. Zwar umstritten, so war die Resonanz auch bei Firmen, Vereinen und Organisationen groß. In den ersten zwei Wochen engagierten sich rund 400 von ihnen. Im Herbst 2007 folgte die Version für mehr Kinderfreundlichkeit in Deutschland.
Kundrun war es auch, der bereits Februar 2007 im Cicero – Magazin für politische Kultur seine Ansichten über – Den Weg ins Web 3.0 -veröffentlichte. Seine Aussagen sind heute, abgesehen von den angegebenen Zahlen und Daten, brandaktuell: “Max Frisch bezeichnete einst eine Krise als “produktiven Zustand” – man müsse ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Und so stehen die traditionellen Medienmacher heute nicht etwa am Abgrund, sondern lediglich am Anfang einer neuen, großen Herausforderung.”, äußerte Kundrun damals.
Mit seiner Privatspende beweißt der Ex-Manager gutes Gespür als vorbildliches Ein-Mann-Unternehmen. Kundrun weiß, worum es bei CSR geht und wandelt dabei mit 7-Meilen-Stiefeln im Mit-Mach-Web auf betterplace.org. Mit seiner fortschrittlichen Auffassung, die Kundrun vielleicht auch den Lebensabend bei Gruner+Jahr gekostet hat, geht er nun alleine soziale Wege.
Bleibt zu hoffen, dass er Zeichen setzen kann und besonnders in der Krise der Gedanke gegenseitiger Unterstützung nicht verloren geht. Er appeliert im manager magazin: “Eine soziale Marktwirtschaft kann der Staat allein nicht mehr gestalten: Dazu bedarf es einer Bürgergesellschaft 2.0.”
“Bürgergesellschaft 2.0″ – der Tatendrang in Deutschland hat einen neuen Namen? Doch wie soll es genau aussehen, das Social Business der Zukunft. Wir werden hier in den nächsten Wochen einen Fokus auf das Thema Social Business legen und hier einige Themen und Geschäftsmodelle näher beleuchten. Bleiben Sie dran.
Autorin: Antje Kümmel
Tags: Corporate Citizenship





So, Apr 26, 2009
Corporate Responsibility