Die Fremdwörter “Digital Signage” kommen vielen Agenturen Spanisch vor – noch!
Di, Apr 14, 2009
von Benjamin Pauwels
Seit geraumer Zeit bricht sich der Begriff “Digital Signage” Bahn bei Werbern, Kreativagenturen, Museen oder Unternehmen aus Handel und Industrie. Doch noch ist Digital Signage – obwohl sicherlich jeder damit schon Erfahrungen gemacht hat – sprachlich bei weitem nicht in den einschlägigen Branchen durchgedrungen oder gar in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen.
Mal ehrlich: Wissen Sie wie man dieses Ungetüm an Fremdwörtern überhaupt ausspricht – und letztlich was sich hinter diesem Begriff verbirgt?
Wenn Sie beim Thema Digital Signage [didjhitall sainaedsch] nur Bahnhof verstehen sind Sie jedenfalls nicht allein, denn [didjhitall sainaedsch] kommt vielen, auch jenen, die es besser wissen sollten, immer noch ziemlich Spanisch vor!
Eine Umfrage des gleichnamigen Fachmagazins “Digital Signage” unter führenden Kreativ- und Werbeagenturen in der DACH-Region hat diese Erkenntnis anschaulich zu Tage gefördert (Ausgabe 2/2009).
Meine eigenen Erfahrungen bestätigen dies auch. Mal Französisch, mal Deutsch mal ein verkappter englischer Versuch ist mir schon zu Ohren gekommen. Selbst in den Mund genommen wiederholt sich bei Ersthörern eine Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes und hin und wieder ein zögerndes Nachfragen.
Deshalb füge ich in der Regel weitere Erläuterung im selbem Atemzug an:
“Digital Signage, also das digitale Plakat oder auch Instore-TV genannt, welches inhouse, out of home per Internet gesteuert wird und zudem rückkanalfähig ist bspw. für Touchanwendungen, Bluetooth, SMS oder auch RFID. Digital Signage ist also noch kein Etikett, bei dem man davon ausgehen kann, dass Selbiges und die dahinter stehende Technologie verstanden werden. Grund ist neben der relativen Neuheit sicherlich die schwergängige Aussprache.
Aber das lässt sich als Kommunikator und Spin Doctor ausräumen, damit eine gesamte Branche, die sich schließlich so nennt, auch verstanden wird.
Digital Signage [didjhitall sainaedsch] ist der englische Begriff für “digitale Beschilderung”. Damit es einfacher einzuordnen ist: die digitale Variante setzt sich in Wort und Inhalt vom “Paper Signage” ab, womit konventionelle Plakate und Aufsteller bezeichnet werden.
Unter dem Begriff “Digital Signage” werden ferner digitale Informations- und/oder Werbesystem, digitale Außenwerbung, elektronische Verkehrsschilder, Werbung in Geschäften (Instore Marketing; Instore-TV), digitale Türbeschilderungen oder Großbildprojektionen gefasst. Gemeinsam ist diesen Bezeichnungen, dass sie unter Einsatz digitaler Medieninhalte ihre Botschaften vermitteln. Ausgangsgeräte sind zumeist Bildschirme (Plasma, LCD) oder Beamer. Die Vernetzung der an unterschiedlichen Standorten befindlichen Einheiten vollzieht sich in der Regel über das Internet. Somit können vergleichbar mit Webseiten aktuelle Inhalte eingespeist werden. Eine Rückkanalfähigkeit erlaubt Nutzern bspw. per Touchscreen, Informationen abzufragen. Der Sparte Dialogmarketing eröffnet Digital Signage somit die Möglichkeit am Ort des Abverkaufs mit dem potentiellen Käufer zu kommunizieren und das auch außerhalb der Geschäftszeiten!
Für wen sich Digital Signage vor allem eignet:
1. Für Unternehmen, die vor allem im B-2-C-Geschäft zu hause sind, bietet nur Digital Signage die Möglichkeit, am Point-of-Purchase
a) kostengünstig und effektiv
b) aktuell durch Netzanbindung,
c) individuell und lokal durch unterschiedliche Inhalte in jeder Filiale,
und d) emotional durch multimediale Inhalte zu kommunizieren.
2. Für Agenturen bietet Digital Signage eine völlig neue Bühne für interessante multimediale Werbung, die es ermöglicht, Kundeninhalte effizient mehrfach zu nutzen. Mit der Möglichkeit zur Interaktion eröffnen Agenturen Ihren Kunden neue, kreative Wege im Kommunikations-Mix.
Digital Signage ist eine junge, aufstrebende Branche, der in den kommenden Jahren ein starkes Wachstumspotential vorausgesagt wird – und das trotz oder vor allem auch wegen der Wirtschaftskrise. Digital Signage muss, und das zeigt nicht zuletzt auch die Umfrage des gleichnamigen Magazins, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden: in Unternehmen, Forschungs- und Lehreinrichtungen und vor allem in crossmedialen Agenturen, damit DS einen festen Platz im Marketing-Mix erhält.
Denn eines ist sicher: Digitalen Medien gehört die Zukunft – im öffentlichen Raum oder als kommerzielle Anwendung, stationär wie auch mobil.
Tags: Digital Signage





Vom 5.-7. Mai trifft sich in der Messe Essen die europäische (und weltweite) Digital-Signage-Branche.
Das Vortragsprogramm ist reich bestückt mit facettenreichen Beiträgen zur Technologie und seiner Wirkung:
http://www.digitalsignageexpo.eu/GERMAN%20DEX%20expo/index.htm?eventid=1095&eventcode=53433547
Leider ist es wirklich so, das viele den Begriff nicht verstehen bzw. wissen was dahinter steckt. Aber das wird sich auch mit der Zeit geben, da bin ich mir sicher. Digital Signage ist auf jeden Fall in Zukunft nicht mehr wegzudenken.