A A
RSS

Die größten Twitter-Fehler

Fr, Nov 6, 2009

Medien & Journalismus

von Barbara Gerlach

twitterTwitter ist der derzeit wohl schnellstwachsende Social-Media-Dienst. Kein Wunder, schließlich handelt es sich hierbei um ein überaus handliches Tool, das ohne viel Vorkenntnisse von jedem Gerät mit Internetzugang intuitiv bedient werden kann. Dennoch sollte man von der nahe liegenden Annahme „Twittern kann doch jeder“ Abstand nehmen. Denn auf 140 Zeichen kann man viel falsch machen. Einige der größten Fehler, die Unternehmern und Privatpersonen passieren können.

1. Keine klare Trennung von Beruf und Freizeit.
Zu Beginn der Twitterei ist jeder Twitterer froh über jeden Follower. Oft gehören Freunde, die bereits über einen Account verfügen, zu den ersten Followern. Soweit, so gut – problematisch wird es jedoch, wenn der Twitter-Account auch als berufliches Sprachrohr genutzt wird. Folgen private Nachrichten wie „Heute Abend Feierabendkicken auf den Rheinwiesen“ auf berufliche Tweets wie „Die neuesten Versicherungsvergleichrechner im Test“, läuft etwas falsch. Jeder Twitter-User muss sich darüber im Klaren sein, wofür er seinen Account nutzt. Ganz wichtig ist dabei die klare Trennung von Beruf und Freizeit. Nur so wahren Sie Ihre Seriosität und vermeiden den Verlust von Followern.

2. Fehlende und falsche Angaben im Profil
Mancher Twitter-User vernachlässigt aufgrund seiner “Zwitscherei” die Pflege seines Accounts – dazu gehört u.a. auch die Profildarstellung. Schnell ein Fun-Bild hochgeladen und als Nutzernamen den Spitznamen eingetragen: So geht es nicht. Wer seinen Twitter-Account für sein Unternehmen einsetzen möchte, sollte möglichst sein Firmenlogo und als Nutzernamen den Firmennamen verwenden.

3. Uninteressante Tweets
Twitterer mit einer großen Following-Liste müssen oft feststellen, dass der eigene Tweet nicht mehr auf der ersten Übersichtsseite zu sehen ist. Was tun? Wenn es nichts wichtiges zu berichten gibt, greift manch einer zum letzten Strohhalm. Daraus resultieren so belanglose Tweets wie „Guten Morgen“, „Habe gerade ein super leckeres Leberwurstbrot gegessen“ oder „Bin heute total beschäftigt“. Merke: Auch wenn der Drang zu den Sternen (in diesem Fall der Top-Position in der Tweetliste) noch so groß ist, sollten Sie dennoch nur relevante Nachrichten publizieren.

4. Duzen
Auch wenn die heutige Online-Welt hipp und cool daherkommt – das bedeutet noch lange nicht, dass sich die traditionellen deutschen Umgangsformen geändert haben. Wer via Twitter einfach drauflos duzt, verliert schnell Follower. Setzen Sie auf ein respektvolles Miteinander – und duzen Sie nur die Personen, mit denen Sie schon vor Ihrem Twitter-Dasein per Du waren.

5. Werbung
Einige User missverstehen den Sinn von Twitter und nutzen Tweets hemmungslos als Werbeplattform. Nicht dass wir uns missverstehen: Ein bisschen Eigenwerbung ist schon erlaubt – das macht Twitter ja gerade für Unternehmen so attraktiv. Wer jedoch einen Produkthinweis ohne Aufforderung platziert und den gleichen Tweet auch noch mehrfach sendet, nervt seine Follower und wird in die Schublade „Spammer“ gesteckt.

6. Keine Verlinkung
Es ist bestimmt jedem schon mal passiert, dass er via Twitter auf ein spannendes Thema verweist….und vergisst den weiterführenden Link einzufügen. Einmal darf das passieren – doch sollte sich dies nicht allzu oft wiederholen. Deshalb: Vor jedem Klick kontrollieren, ob auch alle relevanten Infos im Tweet enthalten sind.

7. Sich mit fremden Lorbeeren schmücken
Ein großer Fauxpas ist es, Tweets und Neuigkeiten, die man an anderer Stelle gelesen hat, als seine eigenen Nachrichten auszugeben. Es gibt zwar (noch) kein Copyright auf Twitter-Nachrichten, dennoch sorgt ein solches Verhalten für Unmut. Selbstverständlich dürfen Sie andere Tweets zitieren – dann sollten Sie jedoch das als solches kennzeichnen, z.B. durch „via @XYZ“

8. Ironie
Nicht jeder hat’s mit der Ironie – was im echten Gespräch schon oft missverstanden wird, ist auf 140 Zeichen, die einem maximal zur Verfügung stehen, nicht gerade leichter zu verstehen. Deshalb sollten Sie Ironie im Tweet tunlichst vermeiden. Drücken Sie sich klar und unmissverständlich aus.

9. Follower-Zählerei
Nicht jeder Follower muss begrüßt werden – und gar mittels eigenem Tweet der restlichen Follower-Gemeinschaft vorgestellt werden. Eine stolze Mitteilung, wie viele Leute aktuell dem Profil folgen, ist ebenso unangebracht – es ist einfach zu uninteressant. Vermeiden Sie die öffentliche Diskussion der Follower-Zahl – freuen Sie sich lieber im Stillen.

10. Twittern in mehreren Sprachen
Twitter ist international – für Twitterer mit ausländischen Followern wird das zum Problem. Oft wird dann munter zwischen Deutsch und Englisch hin und her gesprungen. Auch wenn es mehr Arbeit und Zeitaufwand bedeutet: Besser ist ein Twitter-Account pro Sprache.

Post to Twitter

Rating 4.00 out of 5

Tags: , ,

8 Antworten to “Die größten Twitter-Fehler”

  1. Frank sagt:

    Liebe Frau Gerlach, ich fürchte den allergrößten Twitter-Fehler haben Sie hier nicht gelistet.
    Kein Wunder.

  2. Liebe Frau Gerlach,

    danke für diesen Beitrag, bei dem mir jedoch einige Fragen aufkommen. Ein paar Aspekte möchte ich bloß kurz kommentieren.

    Zunächst wäre da einmal die ganz grundsätzliche Frage, wer die von Ihnen aufgeführten Punkte als die “…größten Fehler, die Unternehmern und Privatpersonen passieren können” überhaupt festgelegt hat. Ist es Ihre Meinung oder belegbare Beobachtung? Leider fehlt hierzu eine Aussage oder belegende Links, die den Hintergrund verdeutlichen.

    Dann möchte ich Ihnen gern schon im ersten Absatz widersprechen, wenn Sie schreiben, dass man “…von der nahe liegenden Annahme ‘Twittern kann doch jeder’ Abstand nehmen” sollte. Wie sie selbst schreiben, kann Twitter “…ohne viel Vorkenntnisse von jedem Gerät mit Internetzugang intuitiv bedient werden kann.” In dieser intuitiven Bedienung aber läge für mich ein Grund für eine positive Aussage, dass in der Tat ein jeder twittern kann. Ich nehme an Sie meinen, dass nicht jeder “inhaltlich wertvoll” twittern kann – wobei sich hier die Frage nach einer Definition schier unlösbar stellt.

    In den Punkten führen Sie dann die einzelnen “größten Fehler” auf, stellen dem aber voran, dass es Fehler für Privatpersonen UND Unternehmen sind. Nach meiner Meinung treffen einige Punkte aber definitiv nicht auf Privatpersonen zu, so z.B. die Punkte 1,3,4,8,9. So ist es für Freunde wahrscheinlich schon interessant, wenn sie via Twitter vom neuesten CD-Kauf oder ähnlichem erfahren. Und gerade im Privaten sollte man sich doch auch ironisch äußern dürfen.

    Aber selbst für Unternehmen möchte ich unterstellen, dass es durchaus von Interesse sein kann auch einmal „Banalitäten“ zu twittern. Ich z.B. höre des öfteren das Argument, dass auch nicht-berufsbezogene Tweets von Unternehmensvertretern von Interesse seien, da dadurch ein Individuum hinter der Marke/dem Unternehmen erkennbar wird. Ich stimme Ihnen aber auf jeden Fall vollends zu, dass dies die Ausnahme sein sollte und gerade Unternehmen sich vor allem durch inhaltliche Professionalität und Qualität ihrer Tweets auszeichnen sollten.

    Auch das Vermeiden von Ironie im Unternehmens- oder Marken-Twitter finde ich nicht zwingend notwendig. Bei einer Beschränkung von 140 Zeichen kann eine Prise Ironie durchaus einen dezidierten Standpunkt verdeutlichen, den man ansonsten textlich lang erklären müsste.

    Auch das Twittern in mehreren Sprachen in ein und demselben Account finde ich eher unproblematisch. Ganz im Gegenteil, ich finde dies sogar spannend. Die Gefahr ist natürlich – und ich könnte mir vorstellen, das war auch Ihre Überlegung – dass Follower meiner englischen Tweets meine deutschen Tweets nicht verstehen könnten und ich sozusagen ihnen unnötig die Timeline mit „Spam“ fülle. Nun, hier müsste man sich einfach an den Reaktionen der Follower orientieren. Zur Not startet man eine kurze Umfrage (z.B. twtpoll) und schaut sich die Reaktionen an.

    Ich stimme Ihnen aber in einigen Punkten auch voll zu. So sind für mich falsche Angaben im Profil ein absolutes No-Go, fehlende Angaben im Profil sind nervig, und die richtige Verwendung von „Copyright“ und Links ein absolutes Muss.

    Beste Grüße,
    Matthias Fromm

  3. Hallo Frank,

    seien Sie doch bitte so nett und teilen Ihr Wissen mit uns. Diese Art der Kommentierung ist denke ich nicht hilfreich.

    Gruss

    Riccardo Wagner

  4. Frank sagt:

    Riccardo Wagner sagt: “…ist denke ich…”
    Ja, Riccardo, das wärs gewesen…

  5. Hallo Herr Fromm,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich sehr, dass Sie sich so ausführlich mit dem Artikel befasst haben. Gerne gehe ich auf ein paar Ihrer Anmerkungen ein.

    Ob es sich hierbei um die größten Fehler handelt, lässt sich natürlich diskutieren. Sicherlich gibt es noch eine Menge weitere Fehler, die man beim Microblogging begehen kann. Die Einordnung als „Die wichtigsten Twitter-Fehler“ erfolgte sowohl auf eigener als auch fremder Beobachtung durch internationale und nationale Blogger.

    Sie haben Recht, dass sich einige Fehler auf die Gruppe „Unternehmen“ einschränken lassen können. Ironie kann natürlich im privaten Kreis eingesetzt werden, allerdings sollte es meiner Meinung nach irgendwie gekennzeichnet werden – zum Beispiel durch Smileys o.ä. Die Sache mit dem Posten uninteressanter Tweets ist natürlich Auslegungssache… Es stellt sich Privat-Twitterer generell die Frage: Was ist hier überhaupt interessant und was nicht?

    Viele Grüße

    Barbara Gerlach

  6. Gerhard sagt:

    @Frank,

    ein fehlender Beistrioch ist der “allergrößte Twitter Fehler”?

    Verstehe ich hier irgendetwas nicht oder ist das eine länger andauernde Fehde zwischen Frank und dem Poster?

    Bitte sagen Sie uns doch den allergrößten Twitterfehler.

    Danke
    Gerhard

  7. Frank sagt:

    Zur Aufklärung, auf vielfachen Wunsch:
    Wir haben vor einiger Zeit die 10 größten Fehler, die man beim Bloggen machen kann gelistet:
    http://www.marketing-blog.biz/blog/archives/3025-Die-10-groessten-Fehler,-die-Sie-beim-Bloggen-machen-koennen!.html
    Ist ohne Weiteres auf Twitter übertragbar.

    Warum eigentlich nimmt man so einen kleinen Kommentar so ernst?

Eine Antwort verfassen

Comment Spam Protection by WP-SpamFree

Advertise Here
Flickr Fotos

Netzprofile

Folgen Sie uns auch hier: