Social Media Guidelines – das Verhalten von Mitarbeitern im Netz als Chance nutzen
Fr, Okt 23, 2009
von Thomas Küpper
Dank Communitys, Blogs, YouTube und Twitter verändert sich das Kommunikationsverhalten der Gesellschaft rapide. Vorbei die Zeiten, als in einem Unternehmen nur eine Handvoll Medienprofis aus Marketing- und PR-Abteilung Kontakt zu einer breiten Öffentlichkeit hatten. Neues über ein Unternehmen wird längst nicht mehr nur über Pressemeldungen und die firmeneigene Homepage kommuniziert.
Schließlich hat heute jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, in seinem eigenen Blog, bei StudiVZ, Facebook oder sonst wo im Netz über seine Firma zu berichten. Auf diese Entwicklung sollten Unternehmen jetzt reagieren. Generelle Verbote werden hier wenig bringen, denn verhindern kann man ohnehin nicht, dass Mitarbeiter auch über ihre Arbeit schreiben. Vielmehr sollten Unternehmen die Chancen sehen, dass ihre Angestellten freiwillig in ihrer Freizeit über berufliche und private Dinge bloggen. Wichtig sind zwei Dinge:
1.die Mitarbeiter im Umgang mit Social Media schulen (Medienkompetenz)
2. die Mitarbeiter erhalten Richtlinien für ihr Verhalten im Netz (Social Media Guidelines)
Leichtfertiger Umgang mit privaten Daten
Nicht jeder ist am Rechner aufgewachsen und selbst ausgewiesene PC-Nerds unterschätzen schon mal die Auswirkungen, die ihr Handeln im Netz haben kann. Denn ist ein Text oder ein Bild erst einmal veröffentlicht, kann man dies nicht mehr einfach so entfernen. Das Netz vergisst nie. Dessen müssen sich die User von Communitys und Blogs im Klaren sein sein.
Dass private Bilder und Daten zu sorglos ins Netz gestellt werden, dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein: Urlaubsfotos mit dem vollständigen Namen können jederzeit gegen einen verwendet werden. Personalchefs googlen die Bewerber bevor sie diese zum Gespräch bitten. Oder private Bilder landen ohne Erlaubnis mitten auf der Titelseite von Boulevardzeitungen, wenn derjenige in ein spektakuläres Verbrechen oder Unfallgeschehen verwickelt wurde. Hier müssen Unternehmen ansetzen und ihre Angestellten vor unbedarftem Umgang mit persönlichen Daten warnen. Allein aus eigenem Interesse, denn dieses Verhalten lässt darauf schließen, dass solche Mitarbeiter auch recht freizügig mit Neuigkeiten aus dem Büro umgehen.
Es geht hier nicht in erster Linie um Verbote sondern um Hilfestellung. Viele Arbeitnehmer sind verunsichert und fragen sich „was darf ich, was darf ich nicht“. Gerade in Zeiten, in denen Kündigungen wegen Maultaschen- und Frikadellenklau Schlagzeilen machen. Zwar steht meist schon im Vertrag, dass keine Unternehmensinterna ausgeplaudert werden dürfen. Es macht jedoch einen Unterschied, ob man am Stammtisch über den neuesten Prototypen vom Leder zieht oder ob man gleiches im öffentlich zugänglichen Blog postet. Die Dimension ist eine andere. Und die Auswirkungen unbedachter Äußerungen können enorm sein. Im schlimmsten Fall wird das ganze Kommunikationskonzept über den Haufen geworfen und die Krisen-PR-Maschine muss angeworfen werden.
Inhalte von Guidelines
Mit Social Media Guidelines geben Unternehmen ihren Mitarbeitern Verhaltensregeln an die Hand und schaffen so Sicherheit. Diese Guidelines können je nach Unternehmensphilosophie und Menschenbild völlig unterschiedlich ausfallen. Unternehmen, die eher die Risiken sehen, werden in erster Linie auf Verbote setzen. Andere, die die Chancen wahrnehmen wollen, werden ihren Mitarbeitern mehr Freiheiten lassen.
Natürlich gehören auch Empfehlungen in die Guidelines. Zum Beispiel sollte man immer freundlich bleiben und niemanden beleidigen. Mitarbeiter können auch Tipps erhalten, welche Inhalte auf welche Weise kommuniziert werden sollen und wie mit Fehlern umzugehen ist. Ganz wichtig ist auch, Mitarbeiter darüber aufzuklären, dass sie für ihre Äußerungen verantwortlich sind und auch die Konsequenzen tragen müssen. Auch sollte man einen Ansprechpartner angeben, der für Fragen zur Verfügung steht. Ein gutes Beispiel für Social Media Guidelines von IBM findet sich hier.
Fazit
Das Thema Social Media Kompetenz sollte bei allen Unternehmen auf der Agenda stehen, da es ganz einfach alle betrifft. Wer im Unternehmen nicht über ausreichende Social Media Kompetenz verfügt, sollte nicht zögern auf externe Experten zurückzugreifen. Denn wer glaubt, mit Verboten die Sache zu vereinfachen, schießt ein Eigentor. Denn Kunden und Geschäftspartner merken schnell, wenn ein Mitarbeiter Angst hat, etwas Falsches zu sagen. Dabei bieten Communitys und Blogs so viele Möglichkeiten und Chancen, dass wenn man sie selbst nicht nutzt, garantiert irgendwann ein anderer von der Konkurrenz dies tun wird.
Tags: Blog, Community, Internet, Social Media, Unternehmenskommunikation





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