KarstadtQuelle Versicherungen betreten Neuland – eine erste Bilanz zieht Frank Roth, Leiter Unternehmenskommunikation
von Benjamin Pauwels
Die KarstadtQuelle Versicherungen, mit Sitz in Fürth, beschreiten seit Anfang August neue Wege im Internet. Die Kommunikationskanäle zu den Zielgruppen wurden durch einen YouTube-Kanal um ein Reichweiten starkes Medium ergänzt. Eine erste Bilanz zieht Frank Roth, Leiter Unternehmenskommunikation der KarstadtQuelle Versicherungen, im Interview mit kommunikationsblog.de und erläutert uns die strategischen Ausrichtungen des eigenen Kanals auf youtube.com.
Benjamin Pauwels (BP): Guten Tag Herr Roth. Es freut uns, dass Sie Zeit für den kommunikationsblog.de gefunden haben. Im August haben die KarstadtQuelle Versicherungen als erstes deutsches Versicherungsunternehmen einen eigenen YouTube-Kanal gestartet. Wie bewerten Sie nach den ersten Monaten Ihren Einstieg in das für Versicherungen doch eher ungewöhnliche Medium youtube.com?
Frank Roth: Wir haben mit dem Start eines eigenen Kanals auf YouTube in der Versicherungsbranche in der Tat Neuland betreten. Dieser Schritt passt aber zu unserem Selbstverständnis, denn wir wollen anders sein als andere Versicherer. Wir wollen überraschen, verblüffen und vor allem dort sein, wo die Musik spielt. Dass wir auf dem richtigen Weg sind und auch den Ton treffen, sehen wir auch an den Kommentaren: „Cool, eine Versicherung mit Humor“.
BP: Haben Sie mit den unterschiedlichen Formaten – Fegefeuer-TV & Wetterberichter – Ihre anvisierten Zielgruppen erreicht? Und welche quantitativen Vorgaben wurden an das Projekt gestellt?
Frank Roth: Das Gute am Internet und in diesem Falle an YouTube ist, dass Zielgruppen sehr fokussiert angesprochen werden können. Die Streuverluste sind relativ gering, da wir von Anfang gewusst haben, wen wir mit welchen Inhalten ansprechen möchten. Bewusst haben wir deswegen auch unterschiedliche Formate auf unserem YouTube Kanal gebündelt. Das Interesse der Zielgruppe steht immer im Vordergrund und nicht das Schielen auf den quantitativen Erfolg. Letztlich entscheidet die Qualität der Inhalte, ob der Nutzer klickt oder eben nicht.
BP: Was sind die kommunikativen Ziele, die bei ihren Kunden und denen, die es werden könnten, hängen bleiben sollen?
Frank Roth: Die Grundidee ist einfach: Versicherungen sind nicht langweilig und haben Produkte, die für den Ernstfall vorsorgen. Dies bedeutet in der Umsetzung: Auf unterhaltsame Art Aufmerksamkeit schaffen und quasi nebenbei den Blick für wichtige Produkte wie zum Beispiel die Risikolebensversicherung schärfen.
BP: Welche Effekte haben Sie bei dem Projekt YouTube überrascht – positive sowie negative?
Frank Roth: Dass wir in der deutschen Versicherungsbranche immer noch die einzigen auf YouTube sind. Dass die Qualität und der Einfallsreichtum so groß waren, dass wir Hobby-Filmer als Wetter-Presenter vor die Tagesschau ins Erste bringen konnten.
BP: Wo sind diese Projekte in Ihrem Unternehmen angesiedelt und wie viele Personen und Dienstleister sind damit beschäftigt?
Frank Roth: Das Thema YouTube Kanal ist ein Thema für die Kommunikation und den Vertrieb. Dabei unterstützen uns zwei externe Partner: In der Kreation Jung von Matt/Alster und im Bereich Video die deutschen Journalisten dienste (djd).
BP: Wie groß ist das Investment in diesen Kanal und wie evaluieren Sie den Erfolg?
Frank Roth: Unser größtes Investment ist der Schritt, sich als Versicherer auf YouTube mit einem eigenen Kanal zu präsentieren. Wir haben in den ersten Auswertungen gesehen, dass viele Unternehmen in Deutschland diesen Schritt (noch) scheuen. Auf YouTube erreichen sie in Deutschland etwa 15 Millionen Nutzer im Monat, das ist eine unglaublich große Zielgruppe, aber es ist eben keine homogene Masse. Auf die Differenzierung kommt es an. So sind wir im September 2009 auf Platz 6 der meistgesehenen Sponsoren-Kanäle in Deutschland – noch vor CokeZero und Mercedes-Benz – gekommen.
BP: Wie geht’s weiter und kommt etwas Neues?
Frank Roth: www.youtube.com/kqvtv wird eine feste Adresse auf YouTube bleiben und wir sitzen bereits an den nächsten Aktionen.
BP: Herr Roth, vielen Dank für das Gespräch.
Tags: Finanzkommunikation, Markenkommunikation, Social Media, Unternehmenskommunikation, Viral, Web-TV






Di, Nov 3, 2009
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