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Und, hat es schon Bing gemacht?

von Benjamin Pauwels

Eine Woche nach dem Start der Internetsuchmaschine Bing scheint Microsoft im Internetgeschäft doch noch den erhofften Boden unter den Füßen zurückgefunden zu haben – nun liegen die ersten (bescheidenen) Nutzerzahlen vor:

Laut einem Bericht der Statistikseite Statcounter, den unter anderem TechCrunch aufgegriffen hat, konnte Bing auf Anhieb mehr Nutzer als die Suche von Yahoo verzeichnen. Dem widersprechen aber eine Analyse von Search Engine Land und die Abrufzahlen der CNET-Websites.

Auf Basis von Statistiken von Comscore, Nielsen und Hitwise kommt Search Engine Land zu dem Ergebnis, dass Yahoo Search letzte Woche dreimal mehr Traffic zu verzeichnen hatte als Bing. Diese Zahlen sind für Microsoft nur unwesentlich günstiger als in der Woche davor, als es noch mit den beiden Angeboten Live Search und MSN Search auf dem Suchmarkt vertreten war.

Doch Live Search ist nun begraben und damit endlich auch dieser unsägliche Name, der mit – ja, so muss man es sagen – Erfolgslosigkeit verbunden ist. Denn Bing will seinen Nutzern einiges bieten.

Selbstbewusst treten die Redmonder in jedem Fall auf. Unter dem Link http://www.discoverbing.com bietet Microsoft einen direkten Verlgeich mit Marktführer Google an. Unter http://www.blackdog.ie/google-bing/search-de.php kann selbiges von neutraler Stelle aus getetstet werden.

googlebing_br

Und siehe da, die Ergebnisse sind unterschiedlich. Google vertraut auf seinen sich stetig wandelnden Suchalgorithmus der Relevanz und weist zusätzlich auch auf Übereinstimmungen zu youtube und google news meist auf der ersten Seite hin. Eine wenig beachtete Zusatzfunktion bei Google ist die “erweiterte Suche”, mit der sich nach Dokumententypen usw. suchen lässt. Bei Bing vermisse ich diese Funktion noch.

Beide Suchmaschinen liefern aber die Möglichkeit direkt nach Bildern, Videos oder Nachrichten zu suchen. Bei Nachrichten greift Google auf sein Newsportal zurück, bei Bing blieb die Ergebnisseite für “betterrelations” hingegen leer!

Positiv zu vermerken ist bei Bing, dass sich die Bilder- und Videosuche einschränken lässt, z.B. bei Bildern das Format, ob Farbe oder s/w oder ob bei Personen Nah-/Portraitaufnahmen oder andere Bilder gesucht werden. Das ist zwar nicht sonderlich hilfreich, aber immerhin eine alternative Suchmöglichkeit. Bei der Videosuche ist eingeschränktes Suchen deutlich sinnvoller: Länge bis 5,10 oder 20 Min.; aus welcher Quelle Videos angzeigt werden sollen, also ob youtube, sevenload usw.

Diese kleine Diversifikation ist aber auch nötig, um eine Alternative zur Googlesuche anbieten zu können. In Europa wird Bing aber wohl vorerst so wie Yahoo ein Nischendasein fristen. In den USA kann Bing ernsthafter Konkurrent von Yahoo werden. Mal schauen was sich Microsoft noch für seinen neue Suchmaschine einfallen lässt. Ein wechselndes, interaktives Startbild so wie derzeit allerdings nur auf der us-amerikanischen Seite (oben rechts können Sie dorthin umschalten), ist aber einen nette Idee, die für Gesprächsstoff sorgen kann: “Hey, hast du das heutige Bingbild gesehen…?

Suchen ist OUT – Entscheidung finden ist IN

Das sagt Microsoft zu Bing: “We took a new approach to go beyond search to build what we call a decision engine. With a powerful set of intuitive tools on top of a world class search service, Bing will help you make smarter, faster decisions. We included features that deliver the best results, presented in a more organized way to simplify key tasks and help you make important decisions faster.”, so das Microsoft Bing-Team.

Aussichten

MS hat mit Bing einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und wird sich neben Suchmaschinen von Google und Yahoo search hinzu gesellen. In Rechnern, die mit einem MS-Betriebssystem und dem Browser IE ab Werk ausgestattet werden, wird sich zukünftig standardmäßig BIng als Suchhund anbieten. Das wird die Nutzerzahlen weiter steigen lassen.

Aber nicht zum ersten Mal zieht Microsoft mit großer Verspätung einem Trend hinterher. Just in der Woche des Bing-Launch präsentiert der beneidete Internetgigant Google sein neues browserbasiertes Kommunikations- und Kollobarations-Tool Wave. Kaum hat es also Bing gemacht ist Google schon wieder weiter vorangegangen im Cloudcomputing und beginnt mit Google Voice den Telekommunikationsmarkt anzugreifen.

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