So könnte die Schlagzeile lauten, wäre Marcel Reich-Ranicki Intendant beim ZDF. "Brecht, wenn man den hätte, das wäre einer fürs Fernsehen", sagte er im aus gegebenem Anlass anberaumten Kamingespräch mit Thomas Gottschalk. Das Problem ist nur: Brecht hat längst das Zeitliche gesegnet - wie die meisten der von Reich-Ranicki gelobten Künstler zur Rettung des deutschen Fernsehens. Doch von vorn.
Er musste auf einem harten Stuhl sitzen und das über Stunden - ok. Er musste Atze Schröder und diverse Fernsehköche ertragen - auch hier ist der Unmut nachvollziehbar. Die Generalklatsche fürs deutsche Fernsehen vom Prosa-Popen Marcel Reich-Ranicki geht für meinen Geschmack jedoch ein zu weit und zeigt wieder einmal, dass gilt, was selbst erfahrene Medienschaffende gern vernachlässigen: Schuster bleib bei deinen Leisten.
Es ist schon auf den ersten Blick nicht zu toppen, wenn Christian Rach, Sternekoch aus HH und RTL-Kaschemmeninspekteuer, die ideenlose und mit sich selbst überforderte "Eisheidi" aus Güstrow vor versammelter Belegschaft rund wie einen Donut macht. Doch auch wenn der erste schadenfrohe Impuls weggeschmunzelt ist, bleibt ein Eindruck offensichtlich: Hier läuft Bildungsfernsehen allererster Güte, aus dem die gesamte PR-Branche einiges lernen kann.
Heute möchte ich mich kurz zu einem Thema äußern, das mich schon länger beschäftigt: Die deutschen Filmtitel ausländischer Filme. Ich bin überzeugt, dass die Kreierung und Vergabe von Filmtitel einer Kunst gleicht. Schließlich sind die Anforderungen hoch. Der Titel soll potentielle Zuschauer ansprechen, ihre Neugier wecken, auf den Inhalt hinweisen (aber nicht zu viel preisgeben), und dabei so kurz und knapp wie möglich sein.
Nun ist es raus - die Mehrheit der EU-Abgeordneten findet TV-Werbung zu sexistisch. Deshalb sollen sexistische Werbung und "klischeehafte" Bilder aus Fernsehen sowie Lehrbüchern und Computerspielen verschwinden. Na das ist doch mal - vorsichtig gesagt - ein ehrgeiziges Projekt. In unserer Agentur kam es auf jeden Fall zu interessanten Diskussionen.
Schon gut - wahrscheinlich übertreibe ich es "ein bisschen" mit meiner Batman-Manie. Aber trotzdem möchte ich noch eine Sache loswerden und vorstellen: Die Online-Kampagne zu "The Dark Knight". Die PR-Strategen des Films haben sich nämlich richtig Gedanken gemacht.
Das Netzwerk kritischer Zuschauer verleiht in diesem Jahr bereits zum 19. Mal den Preis der beleidigten Zuschauer. Die Idee ist nicht schlecht und scheint dem PR-Lehrbuch direkt entnommen: Man nehme ein Thema, das keinen kalt lässt (das Fernsehen), rufe einen Preis aus, lässt die Zuschauer nominieren, präsentiert diese Nominierungen medienwirksam und lässt anschließend die Zuschauer abstimmen um schlussendlich den "Sieger" in alle Welt hinauszuposaunen.
Die Lobhuldigungen der Presse und die Einspielrekorde in den USA haben die Erwartungen und Ansprüche der Kinogänger an den neuen Batmanfilm "The Dark Knight" hochgeschraubt. Muss man misstrauisch werden, wenn alle behaupten, der Film wäre einzigartig und unbedingt empfehlenswert? Nein - "The Dark Knight" überzeugt auf ganzer Linie!
Wer Dokumentarfilme genauso liebt wie ich, der kann jetzt über www.getdocued.net
so viele Filme anschauen, bis er oder sie viereckige Augen bekommt.
Ach, was habe ich mich gefreut, als ich - eher zufällig - auf das Fantasy Filmfest in Köln aufmerksam wurde. Denn ich war der Meinung, dass sich hinter dem Begriff "Fantasy" Filme wie "Herr der Ringe" oder Comic-Verfilmungen verbergen. Falsch gedacht! Ein erster Blick ins Programm war sehr ernüchternd: Horrorfilme beherrschen die sieben Tage in Köln, vom "kleinen Hobbit" keine Spur.
Dienstag, Oktober 21, 2008
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