Startseite » Web » Texte und Fotos Online verkaufen
Texte und Fotos Online verkaufen

Texte und Fotos Online verkaufen

Michael Krabs - Gründer von Reportagen.deInterview mit dem Journalisten und Reportagen.de Gründer Michael Krabs.

Für Bild- und Textautoren gibt es eine Reihe neuer Online-Vermarktungsangebote. Content-Portale wie „DieRedaktion.de“ oder „Content.de“ bieten die Möglichkeit, eigene Texte einzuspielen und an Print- und Online-Medien zu verkaufen. Der Hamburger Journalist Michael Krabs hat mit Reportagen.de jetzt ein weiteres Online-Portal geschaffen, das sich auch an Fotojournalisten und Fotografen richtet. In unserem Interview berichtet er von seinen Ambitionen.

Herr Krabs, was ist neu an Reportagen.de?

Da ich 10 Jahre lang komplette Features und Reportagen – also Text und Fotos im Paket – verkauft habe, wollte ich eine hierfür geeignete Online-Datenbank schaffen. Neu ist, dass wir komplette Themen mit Fotoauswahl, Illustrationen, Grafiken und ggfs. sogar Filmen anbieten. Auch Fotoserien können angeboten werden. Die Nachfrage nach bildlastigen Content-Angeboten steigt. Die Kunden erhalten also immer ein komplettes Angebot zum Pauschalpreis. Auf diese Weise profitieren beide Seiten. Die Redaktionen ersparen sich die Bildrecherche und bei uns im Portal profitieren Fotografen und Journalisten voneinander.

Wer kann bei Ihnen mitmachen?

Grundsätzlich alle Journalisten und Fotografen, die Interesse an zusätzlichen Vermarktungsmöglichkeiten oder Zweitverwertungen haben. Wir nehmen alle Themen an, die eine etwas längere Halbwertszeit haben. Zum Beispiel Texte oder Bildstrecken aus den Bereichen Natur, Reise, Food, Beauty, Kunst, Garten, Haus, Interviews usw. Das Besondere ist, dass die Texte zusätzlich bebildert werden, sofern die Autoren keine eigenen Fotos haben. Dies erhöht die Verkaufschancen. Umgekehrt werden Fotoserien von uns bei Bedarf betextet, wir schreiben also ein Exposé dazu. Alte Texte werden vor einer Auslieferung an die Kunden in der Regel überarbeitet. Auf diese Weise liefern wir auch Zweitverwendungen „unique“ aus. Ein Mehrwert für alle Beteiligten.

Klingt gut, aber rechnet es sich für die Lieferanten?

Es gibt einige Lieferanten, die bereits gute Umsätze bei Reportagen.de erzielt haben. Ein Autor aus Bayern hat schon vier Themen verkauft, ein anderer zwei und eine Autorin hat ein vierstelliges Honorar durch den Verkauf an ein TV-Magazin erzielt. Allerdings können auch wir die Medienlandschaft nicht neu erfinden und das Portal ist noch jung. Hinzu kommt, dass Reportagen.de komplett aus Eigenmitteln finanziert wird. Wir haben also keine großen Werbemittel. Dafür bieten wir 10 Jahre Erfahrung im Vertrieb von journalistischen Themen und einen sehr großen Verteiler mit über 5.000 Redaktionsadressen. Zusätzlich erhalten alle Teilnehmer ein neues Online-Angebot, welches sie auch zur Eigenwerbung nutzen können. Es ist ja kein Geheimnis, dass manche Redaktionen die Autoren lieber direkt ansprechen. Schaden, wird die Teilnahme also in keinem Fall. Reportagen.de ist für Lieferanten komplett kostenlos. Für Ungeduldige Menschen sind wir aber vielleicht nicht die richtige Wahl.

Wie viel bekomme ich denn pro verkauftes Thema?

Das kommt auf die Länge, die Auflage usw. an. Es gibt keine festen Preise, wir handeln die Preise mit den Verlagen und Auftraggeber aus. Den Autoren zahlen wir sehr faire Honoraranteile von 50-70% vom Gesamthonorar aus.

Gibt es noch weitere Angebote?

Ja, wir haben bereits jetzt über 100 registrierte Journalisten und Fotografen. Hinzu kommen Illustratoren, Grafiker, sowie unsere Entwickler und Projektmanager. Ein solches Netzwerk eignet sich natürlich ideal für die Content-Erstellung. Unser Ziel ist es daher als externe Redaktion Produktionsaufträge anzunehmen und Teile davon an die Freelancer weiterzugeben. Zum Beispiel für feste Rubriken, Social Media Kanäle, Online Magazine oder Corporate Publishing. Im Content Marketing ist uns dies sogar schon gelungen. Es gab einige Aufträge für SEO-Texte, die wir an registrierte Journalisten weitergeleitet haben. In solchen Fällen fungiert Reportagen.de quasi als Projektmanagement, Bild- und Schlussredaktion in Einem. Für die Kunden ideal: Jeder Text wird noch einmal redigiert und bei Bedarf werden Fotos und Grafiken zugefügt. Ich glaube, dass wir in diesem Bereich noch einiges erreichen können. Reportagen.de wird dann zu einem Netzwerk für die Lieferanten.

Sind Online-Portale die Zukunft des Journalismus?

Nein, sie sind nur ein Teil der Zukunft. Ich biete meine Themen auch weiterhin Redaktionen direkt an. Aber die Online-Vermarktung eröffnet mir zusätzliche Chancen. Reportagen.de habe ich ja nur deshalb gegründet, weil ich eine neue Form der Online-Vermarktung für meine Themen gesucht habe. Auf diesem Wege kann ich neue Zielgruppen ansprechen. Bei der Entwicklung der Seite habe ich dann festgestellt, dass man im Marketing zusammen mit mehr erreichen kann und dann lieber gleich ein offenes Portal entwickelt.

Wie geht es weiter mit Reportagen.de?

Ich habe noch viele Ideen, aber dafür benötige ich zunächst strategische Partner oder Crowdfunding. Ich biete auch Journalisten an Teilhaber zu werden. Sie erhalten dann 100% der Honorare auf Lebenszeit. Bis Ende 2014 liegt mein Fokus aber auf dem Vertrieb der vorhandenen Themen. Artikel zu veröffentlichen macht mir am meisten Spaß. Entwicklungen kosten immer viel Energie, Zeit und Geld. Damit mache ich dann vielleicht 2015 weiter. Da Reportagen.de ein komplett eigenfinanziertes Projekt ist, habe ich nicht den Druck, den Investoren oder große Unternehmen haben. Wenn ich 8-14 Themen pro Monat verkaufe bin ich schon sehr happy. Dieses Ziel werde ich bald erreichen. Im Moment läuft es sehr gut für Reportagen.de.

Vielen Dank für das Interview!